Das Spektrum der Marken reicht heute von Herstellermarken,
Handelsmarken, Produktmarken über Dienstleistungsmarken,
Gemeinschaftsmarken und Individualmarken – bis hin zur Marke
Mensch. Und alle haben eins gemeinsam: Marken sind „eine
unter einem bestimmten Namen oder Warenzeichen hergestellte Warensorte“
– so simpel zumindest definiert der Duden das Stichwort
„Marke“, aus heutiger Sicht nicht mehr ganz ausreichend.
Soweit so gut. Aber wie entsteht eine Marke? Wie wird etwas zur
Marke, was hält sie am Leben? Das richtige Produkt einmal
vorausgesetzt, leistet die Kommunikation bei der Entstehung und
Pflege einer Marke den entscheidenden Beitrag.
Marketingkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
sind die wichtigsten Disziplinen der Markenarbeit. Oder lassen
Sie uns „Disziplin“ doch einfach durch den Begriff
Werkzeug ersetzen. Denn in diesem Wortsinn wird deutlich, dass
wir mit gezielter Kommunikation ein regelrechtes Werkzeug in der
Hand haben, mit dem wir von unserem Unternehmen, unserem Produkt,
einer Institution oder gar einer Person – gutes Beispiel:
Pabst Benedikt, ein eher negatives: Dieter Bohlen – ein
Bild nach unseren Vorstellungen zeichnen können. Oder aber
zumindest dieses Bild in ein besseres oder richtiges Licht stellen
können.
Eine Marke existiert immer dann, wenn – durch
welche Leistungen auch immer – Interessenten bzw. „Abnehmer“
gefunden wurden. Der Markenexperte Prof. Klaus Brandmeyer stellt
fest: „Eine Marke kommt immer als (Unternehmens-)Leistung
zur Welt und hat ihr spezifisches Leistungsmuster, das sie von
anderen unterscheidet“. Dabei geht es nicht nur um die rein
faktische Leistung, sondern auch, wie diese Leistung publikumswirksam
vermittelt wird. „Aus Sicht der Außenwelt beruht die
Differenzierungsleistung der Marke schließlich auf der Summe
aller sinnlich wahrnehmbaren Leistungselemente und Verhaltensweisen
(Institut für Markentechnik, Genf)“.
Das Leistungspotential einer Marke ist weit gefächert.
Zuerst sind da Produktleistungen wie Produkt, Ausstattung, Sortiment,
Preis, Qualität zu nennen. Dann die Distributionsleistungen:
Verkauf, Beratung, Service, Erhältlichkeit, Lieferung. Last
not least sind die Kommunikationsleistungen wie Werbung, Corporate
Design, Angebotspräsentation, PR – aber auch die unverwechselbare
Verpackung – entscheidend für den Markenaufbau, die
Markenpflege und für die Alleinstellung im Wettbewerb.
Zwischen Marke, Marketing- und Kommunikations-Mix
bestehen sehr enge Abhängigkeiten. Die Aufgabe des Kommunikations-Mix
besteht dabei in der Übermittlung von Botschaften an bestimmte
Zielgruppen, um deren Einstellungen und Verhaltensweisen planmäßig
und ganz bewusst zu beeinflussen. Dafür gibt es, ganz leger
gesagt, Profis. Sind wir bei den Dienstleistern für die Marke:
Vor nicht allzu langer Zeit hießen Werbeagenturen noch Werbeagenturen.
Heute wird von allen möglichen Agenturen und Selbständigen
„gebranded, communicated, designd, PRd oder gepackaged“
was das Zeug hält. Und immer geht es schlicht und einfach
um Markenarbeit. Denn der Fokus hat sich, weg von der werblichen
Gießkanne, auf die Feinheiten der Marke ausgerichtet. Aber
die Marke ist in der Krise! Tatsächlich? Glauben Sie mir,
die starke, glaubwürdige Marke ist zwar an der (Wettbewerbs-)
Front. Aber alles andere als in der Krise. Die sich selbst überlassenen,
vernachlässigten Marken sind in der Krise. Und die (Nicht-)Macher,
die Unterlasser merken, dass ihre Marke rechts und links überholt
wurde. Einerseits von den Billiganbietern wie ALDI, Lidl &
Co. – mit ihren Eigenmarken selbst längst gestandene
Markenartikler mit großem Vertrauenspotenzial – andererseits
von sündhaft teuren Premiummarken, immer seltener allerdings
vom mittleren Preissegment. Merke: Es gibt eben austauschbare
und nicht austauschbare Marken und Produkte. In vielen Fällen
weniger eine Frage des rationalen Kalküls, eher eine der
emotionalen Wahrnehmung. Ein Fall für Marken-Dienstleister
eben. Beginnend bei den Spezialisten für den einprägsamen
äußeren Auftritt vom sog. Branding (nicht vergessen,
das heißt einbrennen!), dem Logo, bis zum komplexen Corporate
Design. Gefolgt von erfahrenen CI-Experten, die ihre Kunden beratend
auf dem Weg zum Unternehmensleitbild begleiten – zum Beispiel
als Moderator. Von den Kommunikationsprofis und Kommunikations-designern
für Werbung, Angebotspräsentation, Messen, Dialogmarketing,
Internetauftritt und den Schöpfern unver-wechselbarer Verpackungen,
die am POS so entscheidend für den Markenaufbau, die Markenpflege
und für die Alleinstellung im Wettbewerb sind.
Und last not least, Leistung mutiert erst durch
Kommunikation zur Marke: durch PR und überzeugende, weil
glaubwürdige Pressearbeit. Grund: Wer ein Produkt nicht kennt,
wird es nicht kaufen. Wer von einem Unternehmen noch nie etwas
gehört hat, wird sich nicht an dieses wenden. Öffentlichkeitsarbeit
ist demnach reinste Markenarbeit. Auch wenn der Beitrag der Öffentlichkeitsarbeit
zum Markterfolg ohne immensen finanziellen Aufwand nicht exakt
messbar ist, steht außer Frage, dass sie den Boden fruchtbar
macht, Bekanntheitsgrad schafft und Image prägt. Die Rede
ist von einer systematisch geplanten, kontinuierlichen und überzeugenden
PR, die nach innen und außen ein glaubwürdiges, positives
Bild und eben solche Assoziationen vom Unternehmen, seinen Angeboten,
Leistungen und Kompetenzen vermittelt.
Fazit: Markensteuerung ist kontinuierliche Kommunikations-steuerung.
Leistung wird erst durch Kommunikation zur Marke. Der Aufbau starker
Marken entsteht nicht von selbst, sondern ist das Resultat eines
systematischen Prozesses. Wir, die Marken-Dienstleister, können
die Marken nicht führen. Das muss unser Kunde schon selbst
in die Hand nehmen. Aber wir können ihn dabei professionell
unterstützen. Und zugegeben, das kann auch noch Spaß
machen.
Peter Jochen Schott
Markenwerke AG,
Agentur für Markenarbeit GWA
Schott Relations Group, Agentur für Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Verpackungs-Museum